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/ 29. Januar 2026

Kommt die EU-Brieftasche für Unternehmen?

Die Antwort ist eindeutig: Ja – die Europäische Union plant eine digitale Unternehmens‑„Brieftasche“, die Weichen für grenzüberschreitendes Wirtschaften stellen soll. Während die EUDI Wallet für natürliche Personen bereits etabliert wird, steht mit der „European Business Wallet“ (EUBW) ein gleichgelagertes Vorhaben für juristische Personen bereit.

Warum eine Business Wallet?

Mit der Business Wallet will die EU‑Kommission bürokratische Hürden abbauen, Prozesse vereinfachen und Unternehmen in allen Mitgliedstaaten eine einheitliche digitale Identität geben. Laut Kommission könnte das Jahr für Jahr Einsparungen von bis zu 150 Mrd. Euro bringen.

Der wichtige Unterschied zur Privat‑Wallet: Die EUBW konzentriert sich auf Unternehmenseigenschaften – Firmenname, Umsatzsteuer‑ID, Firmenbankverbindung, Vollmachten etc.

Was kann die Business Wallet?

Die geplanten Kernfunktionalitäten umfassen:

  • Speicherung und Nachweis von Unternehmensdaten (Handels‑ und Umsatzsteuer‑ID, Lizenzen, Zertifikate)
  • digitale Vollmachten und Mandate: Vertreter können Mitarbeitende bevollmächtigen, im Namen des Unternehmens digital zu agieren.
  • qualifizierte elektronische Siegel (QES) und Zeitstempel – also rechtsverbindliche Unterschriften und Dokumentenaustausch im digitalen Raum.

Wo steht der Prozess?

Der Gesetzesentwurf der Kommission liegt vor; es folgt der Gesetzgebungsweg durch European Parliament und Council of the European Union. Nach Verabschiedung haben die Mitgliedstaaten voraussichtlich zwei Jahre Zeit zur Umsetzung – ein Start frühestens Ende 2027/Anfang 2028 erscheint realistisch.

Die Nutzung wird für Unternehmen nicht verpflichtend sein, wohl aber für öffentliche Stellen, mit denen Firmen interagieren.

Joachim Welper